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Beschreibung Museum Eggahuus Dauerausstellung

Das Eggahuus - einst wirtschaftlicher Mittelpunkt


Über den ursprünglichen Verwendungszweck des 1550 erstmals erwähnten Hauses auf der „Egga“ ist man sich nicht ganz im klaren. Es war wohl eine Art Begegnungs-zentrum der Dorfbewohner - und das ist es bis heute geblieben. Denn in den Räumlichkeiten des vielfältigen Heimatmuseums finden auch verschiedene kulturelle Anlässe statt.



Bergbauerndorf

Arosa, das abgelegene Bergbauerndorf, seit dem 13. Jahrhundert ganzjährig besiedelt, erlebte eine aussergewöhnliche Entwicklung in den letzten 120 Jahren. Sommerfrischler, später auch Tuberkulosepatienten und dann Sportler machten aus der Walsersiedlung einen Weltkurort. Das Bauerndorf, einst als Streusiedlung rund um das Bergkirchli in Inner-Arosa angelegt, begann sich Ende des 19. Jahrhunderts Richtung Obersee zu entwickeln. Man baute das neue Dorf an die abschüssige Halde, die von den Bauern landwirtschaftlich nicht genutzt werden konnte. Die seit Jahrhunderten gepflegten Mähwiesen an den Südhängen des Weisshorn und des Tschuggen blieben daher weitgehend erhalten.

Bauzeuge aus Alt-Arosa - das Eggahuus

Das stattliche „Eggahuus“ ist ein Zeuge der Vergangenheit Alt-Arosa’s. 1550 erstmals urkundlich erwähnt, ist uns der damalige Verwendungszweck bis heute noch nicht ganz klar. In seiner Bauart weicht es von den schmalen, traditionellen Holzhäusern stark ab.

Auf der „Egga“ traf man sich in der heimeligen, geräumigen Stube. Man politisierte, man feierte und beim gemütlichen „Lichthengert“ wurde gesungen und Geschichten erzählt. Das Geklapper der Stricknadeln und das Rollen der Spinnräder waren Begleitmusik.

Die Liegenschaft „Eggahuus“ konnte 1944 von den Erben des Oberst Hans Hold käuflich erworben werden, um darin ein Museum einzurichten. Die Eröffnung erfolgte im Dezember 1949, am Barbaratag.

Ein kurzer Rundgang

Neben den bäuerlichen Gebrauchsgegenständen finden wir auch Zeugen aus dem Beginn des Kurortes, z.B. den Dampfkochtopf aus der Jahrhundertwende. Eine wohnliche Atmosphäre strahlt die grosse Stube aus. Die rundumgehenden Sitzbänke erinnern noch an die Zeit, da das Haus als Pension mit Wirtsstube genutzt wurde. Die Holzräderuhr erinnert uns an die Vergänglichkeit der Zeit. Unter dem Buffet hatten früher in der kalten Jahreszeit die Hühner Gastrecht in der „Hennachebia“. Aus der Bibel auf dem Gestell liest heute niemand mehr vor. Recht aufschlussreich sind darin Hinweise auf Hochzeiten, Taufen und Todesfälle. Heute herrscht in dieser Stube wieder reges Leben. Sei es an Versammlungen, an Vorträgen oder am Museumstag. Das Museum als Begegnungsort zu erleben, gehört zu unserem Angebot und wird gerne benutzt.

In der Zukammer steht die kürzlich restaurierte Hausorgel, diese wird dem Orgelbauer Georg Hammer aus Schiers zugeschrieben, sowie das Harmonium von Lieni Wilhelm aus Peist.

In der Sportabteilung sind die ältesten Skier über 100 Jahre alt. Vom einfachen Schindelbritt, das Kinder als Schlitten benutzten, bis zum Aroser-Schlitten, finden wir eine reiche Auswahl interessanter Modelle.

In der Webstube, im oberen Stock steht manches zur Verarbeitung von Wolle, Garne und Stoffen. Wieviele Stunden sassen die Frauen wohl an Spinnrad und Webstuhl, um Kleidertuch und Leinenstoff anzufertigen ? Selbst entworfene und überlieferte Kreuzstichmotive wurden auf dieses Leinen gestickt. Ausgestellt ist neben vielen andern Sachen auch eine Schanfigger Festtagstracht, ein Hochzeitszylinder und ein Regenschirm, der 1751 den Weg in unser Tal gefunden hat.

Naturkundliches aus dem Schanfigg

Sind sie schon einmal einem Murmeltier, Steinadler oder gar einem Dachs hautnah begegnet? Hier in guter Gesellschaft mit Riesenforelle, Auerhahn, Spechten und Kolkraben, kann man ihnen in die Augen schauen. Holz und Pilztafeln deuten auf das Steckenpferd des früheren Konservators, Ernst Rahm hin, der sich am Aufbau und der Ausgestaltung des Museums von Anfang an stark eingesetzt hat.

Vom Sammelgut kann leider aus Platzmangel nicht alles gezeigt werden. Periodisch werden deshalb kleinere Sonderausstellungen, die einen Überblick auf ein bestimmtes Thema geben, organisiert.


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